Was ist Ashtanga Yoga?

Kraft und Dynamik. Bewe­gun­gen, die mit dem Atem fließen und ein­er Chore­o­gra­phie wie bei einem Tanz fol­gen. Med­i­ta­tion in Bewe­gung. In der chi­ne­sis­chen Ter­mi­nolo­gie ist Ash­tan­ga Yoga ein Yang-Stil.

Der Begriff “Ash­tan­ga Yoga” stammt aus dem Yoga Sutra, ein­er 2000 Jahre alten Schrift, die einem Weisen mit dem Namen Patan­jali zugeschrieben wird. Patan­jali beschreibt darin einen acht­gliedri­gen Yoga — ana­log zu dem Übungsweg, den der große Bud­dha ein paar hun­dert Jahre früher aufgezeigt hat­te. Eines dieser acht Glieder sind bes­timmte Kör­per­po­si­tio­nen (asana), Konzen­tra­tion (dha­rana) und spezielle Atemtech­niken (pranaya­ma) sind zwei weit­ere Glieder.

Körperlich fordernd

Als Pat­tab­hi Jois, Schüler von T. Krish­na­macharya (Foto oben), 1948 eine Yogaschule im südindis­chen Mysore eröffnete, nan­nte er sie “Ash­tan­ga Yoga Research Insti­tute”, eine Ein­rich­tung zur Erforschung eben dieses acht­gliedri­gen Yoga Patan­jalis. Später wurde der Name der Schule auf das dort entwick­elte und prak­tizierte Übungssys­tem über­tra­gen.

Ash­tan­ga Vinyasa Yoga, so die voll­ständi­ge Beze­ich­nung, ist kör­per­lich fordernd. Jois, der diese Yogaform maßge­blich geprägt und im West­en bekan­nt gemacht hat, hat aber immer betont: “Ash­tan­ga Yoga ist für jeden geeignet – außer für faule Men­schen.” Das Sys­tem fördert Beweglichkeit, Kraft, Acht­samkeit und Sta­bil­ität.  Es beste­ht aus mehreren aufeinan­der auf­bauen­den Serien von Übun­gen. Die meis­ten Ash­tan­ga-Yogis üben inner­halb der soge­nan­nten Ersten Serie, die sich wegen ihrer heil­samen Wirkun­gen „Yoga Chik­it­sa“ nen­nt, Yoga Ther­a­pie.

Einheit von Atem und Bewegung

Am Anfang der Prax­is ste­hen zwei Bewe­gungsse­quen­zen (Son­nen­grüße), dann fol­gen eine Rei­he von Basis­po­si­tio­nen im Ste­hen, schließlich die Asanas der jew­eili­gen Serie sowie die Schlusspo­si­tio­nen. Der Ablauf ist dynamisch und fol­gt ein­er bes­timmten Chore­o­gra­phie. Dabei wer­den die Bewe­gun­gen vom Atem getra­gen. Die Basic I-Stun­den (→Anfängerkurse) entwick­eln sys­tem­a­tisch die Prax­is, die in den Basic II- und Mysore-Stun­den weit­er gefes­tigt und ver­tieft wird (→Kurszeit­en).

Yoga ist mit­tler­weile ein glob­ales, kein rein indis­ches Phänomen mehr. Ins­beson­dere das Ash­tan­ga Yoga wurde stark bee­in­flusst durch die europäis­che Fit­ness-Bewe­gung, die im 19. und 20. Jahrhun­dert auch nach Indi­en schwappte. Seit sein­er Ent­deck­ung durch Europäer und Amerikan­er in den 60er und 70er Jahren des ver­gan­genen Jahrhun­derts hat sich das Sys­tem des Ash­tan­ga Viyasa Yoga zu einem der bekan­ntesten Yogastile der Welt entwick­elt.